In der Arena der Giganten
Schon lange wollte ich diesen Bergsee besuchen. Ein wirklich einzigartiges Panorama erwartet einen, wenn man diesen endlosen Wanderweg gemeistert hat. Ehrfürchtig staunten wir über diese Arena, umgeben von vergletscherten, wilden Bergen. Zuerst konnte ich beim Aufstieg kaum meinem Kollegen folgen und später bekam er es dann mit Krampfanfällen zu tun. Wenn bei solchen Touren die Tagesverfassung nicht stimmt, dann leidet man mit solch schwerem Gepäck. Zwar konnten wir die zwei Nächte in einem nahe gelegenen Berghaus verbringen, aber das dadurch wegfallende Gewicht des Zeltes, Schlafsack und Isolationsmatte haben wir kaum bemerkt. Da es extrem heiss war am Tage des Aufstiegs, mussten wir genug zu Trinken dabei haben und auch unsere Verpflegung haben wir selber hinaufgeschleppt, da im Berghaus meistens dann diniert wird, wenn wir Fotografen wie Hühner dem letzten, schönen Licht nachjagen. Zum Glück war die Gastwirtin der Hütte sehr flexibel was das angelangt und wir konnten nur die Nächte buchen, ohne Mahlzeiten.
Am ersten Abend hat der Himmel in den schönsten Farben gebrannt
Wir waren überglücklich, dass der Wind an diesem Tag kaum spührbar war. Spiegelbild! Klar gibt es noch weitere schöne Motive in solch einer Landschaft, aber wenn man sich genau diesen Bergsee vorgenommen hat, dann ist die Freude nach dieser langen Wanderung umso grösser, wenn es dann auch mit der perfekten Spiegelung klappt.
Der Zugang zum Bergsee von der Hütte war alles andere als wirtlich. Zuerst mussten ein paar (unnötige) Höhenmeter überwunden werden, um dann wieder einen Abhang aus Geröll hinunter zu kriechen. Dreimal habe ich diesen mühsamen Weg vom Berghaus zum See auf mich genommen und jedesmal war die Stimmung vor Ort wieder anders. Am schönsten war der erste Abend, wo der Himmel mit eindrücklichen Wolken verziert war und das Licht richtig gut mitspielte. Auch das Warten bis in die Nacht hinein hat sich gelohnt, denn die Wolken haben sich dann aufgelöst und ein klarer Himmel tat sich auf.
Auch in der blauen Stunde sah es fantastisch aus